Performative Skateboard Malerei ist weit mehr als ein künstlerisches Experiment. Sie ist eine Übersetzung innerer Zustände in sichtbare Spuren, ein Tanz zwischen Körper, Skateboard und Leinwand. Jedes Werk erzählt nicht nur von Bewegung und Technik, sondern von den Gefühlen, die diese Bewegung geprägt haben. Es ist Kunst, die visualisiert, was im Inneren geschieht, und die den Körper als Übersetzer des Seins versteht.

Der Körper als Resonanzraum
Der Körper ist das Zentrum dieser Kunstform. Er ist der Resonanzraum, in dem Gedanken, Gefühle und Erinnerungen mitschwingen, bevor sie in Bewegung übergehen. Wenn ich mit dem Skateboard auf die Leinwand fahre, ist es nicht nur eine sportliche Aktion. Es ist ein körperliches Protokoll dessen, was in mir lebendig ist.
Schon ein einzelner Gedanke verändert die Art, wie ich mich bewege. Wenn ich an eine bestimmte Person denke, wenn Erinnerungen aufsteigen oder ein Gefühl in mir stärker wird, verschiebt sich meine Haltung. Ich fahre langsamer oder schneller, setze Druck oder lasse mich fallen. Diese Veränderungen sind fein, aber sie finden sofort ihren Ausdruck auf der Leinwand. Der Körper reagiert, noch bevor der Kopf es bewusst wahrnimmt.
Die Spur, die bleibt, ist deshalb immer auch eine Spur des Körpers. Sie zeigt, ob er angespannt war, ob er frei fliessen konnte, ob er schwer getragen hat oder leicht über die Fläche geflogen ist.
Emotionen als unsichtbare Farben
Jede Farbe, die auf der Leinwand liegt, wird von einer zweiten Schicht überlagert, den Emotionen, die im Moment der Entstehung präsent waren. Diese Emotionen sind unsichtbare Farben. Sie füllen die Leinwand mit einer Tiefe, die man nicht nur sieht, sondern spürt. Auch wer die Entstehung nicht miterlebt hat, kann in den fertigen Werken die Intensität der Momente fühlen. Jede Linie erzählt von einem inneren Zustand, der nicht wiederholbar ist, weil er nur in genau diesem Augenblick so existierte.

Das Skateboard / Longboard als Tanzpartner
Das Skateboard ist dabei mehr als ein Werkzeug. Es ist ein Tanzpartner, der die Bewegungen des Körpers aufnimmt und verstärkt. Rollen, Brett und Achsen reagieren auf jede Gewichtsverlagerung, jede kleine Unsicherheit, jede plötzliche Entscheidung.
Manchmal ist es wie ein Dialog… Ich drücke, das Board antwortet. Ich halte inne, es trägt mich weiter. Dieser Tanz hinterlässt Spuren, nicht nur auf der Leinwand, sondern tief in meiner Seele wie auch in meinem Körper. Jede Bewegung trägt bereits das Erlebte in sich. Das, was mein Körper erinnert, findet in den Linien Ausdruck. Die performative Skateboard Malerei ist damit nicht nur Ausdruck im Moment, sondern auch ein Archiv der Erfahrungen, die im Körper gespeichert sind.
Die Spuren am Körper
Skateboard fahren bedeutet nicht nur Leichtigkeit, es fordert den Körper in seiner ganzen Intensität. Jede Session hinterlässt Erinnerungen: an Geschwindigkeit, an Balance, an den Moment, in dem alles im Flow ist. Muskeln spüren die Anstrengung und speichern die Bewefungen, der Atem den Rhythmus, der ganze Körper trägt die Resonanz des Erlebten.
Wenn ich ein neues Werk beginne, bringe ich diese Erinnerungen mit auf die Leinwand. Der Körper weiss, wie sich Freiheit anfühlt, wie es ist, eins mit der Bewegung zu sein. Er kennt das Gewicht der Konzentration, aber auch die Leichtigkeit des Loslassens. Diese Empfindungen fliessen in jede Linie ein.
Die performative Skateboard Malerei ist deshalb auch ein Akt des Erinnerns. Was im Körper gefühlt wurde, findet Ausdruck auf Papier. Jeder Schwung, jede Spur ist ein Echo eines gelebten Augenblicks.
Die Seele auf Papier
Kunst bedeutet für mich nicht nur, Bilder zu erschaffen, sondern innere Zustände nach aussen zu tragen. Skateboard fahren und damit zu tanzen hat Spuren in meiner Seele hinterlassen. Diese Spuren trage ich in mir und mit dieser Art von Kunst bringe ich sie auf Papier.
Manchmal fühlt es sich an wie ein Befreiungsakt. Was unausgesprochen bleibt, was im Inneren schwer wird, kann durch Bewegung hinausfliessen. Die Leinwand nimmt es auf, trägt es, bewahrt es. Andere Male ist es ein Fest, ein Ausdruck von Freude, der so stark ist, dass er geteilt werden will.
Die Seele schreibt mit, auch wenn keine Worte da sind. Jede Linie ist ein Satz, jede Bewegung ein Kapitel. Zusammen ergeben sie eine Geschichte, die man nicht in Sprache übersetzen muss, weil sie bereits in Form und Farbe spricht.

Die Intensität des Moments
Das Besondere an dieser Kunst ist ihre Unwiederholbarkeit. Jeder Moment ist einzigartig, weil jeder Gedanke, jedes Gefühl und jeder Atemzug nur einmal so existiert. Selbst wenn ich versuche, eine Bewegung zu wiederholen, wird die Spur anders sein.
Diese Einmaligkeit ist die Essenz der performativen Skateboard Malerei. Sie ist nicht planbar, nicht vollständig kontrollierbar. Sie ist lebendig, offen, verletzlich. Gerade darin liegt ihre Kraft: Sie ist ehrlich, sie verschweigt nichts.
Der Einfluss der Zuschauer
Bisher habe ich die Serie allein in einer Villa in Zürich entstehen lassen. Doch schon die Vorstellung, eines Tages vor Publikum zu arbeiten, verändert die Energie. Eine Live-Performance wäre kein stiller Prozess mehr, sondern ein Dialog mit Menschen, die zuschauen, fühlen, reagieren.
Das Publikum wäre Teil der Kunst, auch wenn es die Leinwand nicht berührt. Ihre Blicke, ihre Reaktionen, ihre Präsenz würden die Art verändern, wie ich mich bewege. Wenn ich spüre, dass Menschen mitatmen, dass sie gespannt sind oder überrascht, verändert sich mein Rhythmus. Nervosität, Freude, vielleicht auch Druck. All das sind Emotionen, die sich direkt in die Linienführung einschreiben.

Fazit
Performative Skateboard Malerei ist ein Zusammenspiel von Körper, Gefühl und Spur. Sie macht sichtbar, was unsichtbar bleibt, und verwandelt Emotionen in Linien. Das Skateboard ist dabei Tanzpartner und Übersetzer, die Leinwand wird zum Spiegel des Inneren.
Die erste Serie in der Zürcher Villa war ein Anfang, eine Sammlung von Momenten, die zeigen, wie tief Gefühle in Bewegungen eingeschrieben sind. Doch die Kunst ist noch nicht abgeschlossen. Eine Live-Performance wird eines Tages diese Energie verstärken, indem die Zuschauer selbst Teil der Werke werden.
Skateboard fahren hat meinen Körper geformt und Spuren in meiner Seele hinterlassen. Mit dieser Kunst bringe ich all das auf Papier nicht als Abbild, sondern als lebendige Bewegung, eingefroren im Bild. Jedes Werk ist ein Stück meiner Geschichte, und doch offen für die Gefühle derer, die es betrachten.

